Mein China in Bildern – Zhujiajiao, chinesisches Venedig

In der Umgebung von Shanghai finden sich einige Wasserstädte. Eine meiner liebsten ist Zhujiajiao, auch das „Venedig Shanghais“ genannt. Schon öfter konntet ihr auf cinnamon2go über diese kleine Stadt etwas lesen, heute möchte ich euch noch etwas mehr verraten und auf Instagram gibt’s natürlich auch wieder Bilder! Weiterlesen

Werbeanzeigen

Shanghai TAG und Nacht (2)

Am Wochenende werden nicht nur die Nächte genutzt, sondern auch tagsüber kann man sehr viel in Shanghai unternehmen. Da wir einige Shanghai-Frischlinge in der Firma haben und ich mich gerne als Reiseführerin zur Verfügung stelle, hatten wir vorletzten Samstag (07.09.) viel Programm zu bewältigen. Los ging es im Longhua Tempel. Weiterlesen

ZHUJIAJIAO – MEIN CHINESISCHES VENEDIG

Nun kommt also der Eintrag zum Samstag, meinem 2.Tag bei Maria.

Nachdem ich mich habe aufklären lassen, dass es anscheinend rund um Shanghai diverse Wasserdörfer gibt und eines davon „chinesisches Venedig“ oder ähnlich heißt, taufe ich eben Zhujiajiao (ein kleines Wasserdorf und Heimatstadt von Maria) zu meinem persönlichen chinesischem Venedig.

DSC02786

Gut und nun folgt also meine Fortsetzungsgeschichte. Auf den Bild sind meine Gastgeberin, ihr Sohn und ich auf einer der ungefähr 46 Brücken von Zhujiajiao zu sehen.

Mein Frühstück habe ich ja im letzten Eintrag schon beschrieben. Es war etwas spezieller. Doch das chinesische Früchstück, also das eigentliche ist noch spezieller! Wir schlendern also so zwischen den kleinen, aber sehr schönen Häusern von Zhujiajiao umher. Schauen einmal in dieses oder jenes „Geschäft“ hinein und sozusagen jeder zweite Laden verkauft auch etwas zu Essen. Irgendwann kamen wir dann in einen, der zuerst auf der einen Seite wie ein Apotheke ausgesehen hat und auf der anderen Seite mehr wie eine Hexenküche mit großen Gläsern in denen allerhand mysteriöse Dinge schwammen.

DSC02822

Im Hintergrund die vermeindliche „Apotheke“ und im Vordergrund meine Gastfamilie für zwei Tage und die Gläser mit ominösem Inhalt.

Maria hat mit mir am Freitag ausgemacht, dass ich von allem immer was probieren sollte, sollte ich natürlich auch den Inhalt eines der Gläser probieren. Ich war so im Bang gezogen von diesem Laden und den Geräuschen und Leuten, dass ich einfach das hell-gelbe irgendwie Ananass-artige etwas angenommen habe und brav darauf rumgekaut habe.

Das war ein Fehler! Spätestens, als mich die drei grinsend anstarrten und auf meine Reaktion warteten und der Ignwer (es war zum Glück nur eingelegter Ingwer) sein Aroma in meinem Mund ausbreitete, hätte ich aufhören sollen so zu tun, als würde ich wirklich alles essen können. Doch irgendwann fing es an zu brennen und ja… Das Lachen von Eric über meinen Gesichtsausdruck, konnte man wahrscheinlich noch am andern Ende des Dorfes hören.

Aber auch diese kulinarische Köstlichkeit habe ich überlebt und wenn man sich den Inhalt der anderen Gläser ansieht, hätte es mich auch schlimmer treffen können. Danach gingen wir dann in einen chinesischen Tempel… ich hab jetzt herausgefunden, dass sie nicht rein buddhistisch sind, sondern alles irgendwie gemsicht ist. Deswegen kommen auch diese vielen unterschiedlichen Götter zustande.

DSC02802

Hier mal einer der aufwendigeren Altäre dieses Tempels (oben) und Maria + Familie mit einer Klangschale (unten).

DSC02798

Leider habe ich nicht so viele Informationen über die buddhistische Religion erhalten, wie ich mir erhofft hatte. So weiß ich auch nicht welche Bedeutung die Klangschale hat, außer vielleicht böse Geister zu vertreiben, da schon das Wort „Religion“ für meine Gastgeber unbekannt war.

Mal am Rande ein kleines Spiel: Erklärt mal Buddhismus, ohne die Wörter Religion, Buddha, beten, Gott und Tempel verwenden zu können/dürfen. Ist nahezu eine Sache der Unmöglichkeit! Nach einer Stunde habe ich es mehr oder minder erfolgreich hinbekommen.

Nach dem Tempel ging es dann weiter zwischen all den Essensständen und Kleiderläden hindurch quer durch das Dorf.

Endlich hab ich ein paar Mitbringsel und eigene „Erinnerungsstücke“ gefunden. Außerdem konnte ich meinen Sommerkleiderschrank erweitern! 😉 Zwischendrin wurde ich natürlich immer wieder mit Süßigkeiten gemästet. Manche davon waren allerdings wirklich gut, deswegen ist mein Couchtisch jetzt auch ziemlich beladen.

DSC02814

Hier mal ein kleiner „Guide“ wie man diverse Getränke auf Chinesisch schreibt und die englischen Übersetzungen dazu. Mein Freund beachte bitte das schwarze Schild. ist leider nur schwer zu lesen, aber ich schätze, du weißt was es heißen soll. 😉

Nach dem Shopping und dem Umherschlendern waren wir dann Essen.

DSC02835

Hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Schlachtfeld. Hier sieht man mal ein paar der Spezialitäten von Zhujiajiao unteranderem Mini-Scrimps die man mit Schale ist, nur der Kopf wird ausgespuckt. Links vorne hätten wie dann kaltes „Chicken“ gehackt. Das wird nur in Sojasoße getaucht und ich kann euch echt sagen, dass Huhn auch mal nicht schmecken kann, weil man da echt einiges falsch machen kann. Das Grüne in der Mitte ist irgendein Gemüse, dass es immer gibt, von dem ich aber bisher noch nicht den englischen bzw. deutschen Namen herausbekommen habe. Und ganz hinten kurz vor Eric sind Schnecken.

Wie gesagt, dass Essen und dieser Wochenendausflug waren eine Erfahrung und auch ein Abenteuer, das ich aber nicht missen möchte! 😉

Nach diesem Mittagessen haben wir dann Marias Onkel getroffen, der mit uns in das Haus eines sehr reichen Adligen aus irgendeiner frühen Zeit des Dorfes gegangen ist. Dieses „Haus“ oder vielmehr der Park mit den vielen Pavillons war wirklich schön. Im Frühling oder Sommer muss dieses ganze Areal wirklich atemberaubend sein. Überall Teiche, Bäche, Bambussträucher, Bonsais, steinerne Wege, Sandwege, Brücken, Felsen, Terassen, Götterstatuen etc…

DSC02878

In so einem Gelände hat es sich früher sicher gut Leben lassen. Auch das Haus oder der Häuserkomplex war imposant. Riesige Zimmer, die mehr Empfanghallen glichen und oben im privaten Stockwerk reichgeschmükte Betten und Schränke.

Gleich nach diesem Ausflug in das Haus, das sozusagen mehr ein Einblick in das reiche Leben von früher war, ging es zum Bootfahren, da Marias Onkel auch einen der Bootsfahrer kannte (nicht nur den Kassier von dem Haus), bekamen wir innerhalb von zwei Minuten ein eigenes Boot und noch dazu die lange Runde.

DSC02913

Hier mal eine der Straßen vom Wasser aus. Ganz Zhujiajiao ist in diesem Stil und deswegen echt schnuckelig. Doch umso mehr Leute (hauptsächlich Chinesen) aufgewacht sind, umso voller und geschäftiger wurde es. Westliche sah man eigentlich bloß in kleinen Touristengruppen, die von einem Stand zum anderen hetzen mussten. Da hatten wir es am Boot wirklich entspannter und auch schöner.

DSC02925

Hier gibts mal mich alleine auf unserem Boot und im Hintergrund Menschenmassen, die über eine 450 Jahre alte Brücke drängen.

Nach der Bootsfahrt wollte dann Maria unbedingt auch so ein Kleid wie ich mir gekauft habe haben, sodass wir nochmal durch die Menschenmengen zurück zu den Geschäft mussten. Lustigerweise führte eine der kleinen Brücken direkt vor das Geschäft. Somit mussten wir uns nur beim Rückweg durch die Massen quetschen. Allerdings wurde aus dem Kleid für Maria nichts, da nachmittags andere Preise herrschten als vormittags. Auch interessant zu wissen.

Da Eric und ich schließlich ziemlich müde waren, liesen wir uns im Schneidersitz neben auf einem Platz nieder, auf dem lustigerweise ebenfalls eine Statue im Schneidersitz dasaß. Dieses Bild kam dort zustande:

DSC02936

Ist schon beeindruckend, wie schnell man sich eingewöhnt und sich anpasst und zu allen, die jetzt die wirklich nervige Frage verlauten lassen wollen „Na, hast du schon Schlitzaugen?“, kann ich nur sagen „Nein, wie soll so ein Unsinn funktionieren, ich bin immer noch ich selbst.“.

So, das war es dann größenteils auch von Zhujiajiao. Rückfahrt zu mir nach Hause war unspektakulär und abends war auch nicht mehr allzu viel geplant, schließlich musste ich am Sonntag schon wieder früh aufstehen um ins Shanghai Museum zu gehen, aber das schreibe ich im nächsten Eintrag.