Best of China: Gaumenschmaus zum Anschauen

Ganz zum Schluss meines Aufenthalts in Shanghai gibt es noch ein Spezial bevor ich heimfliege. Ich dachte mir, dass es mal wieder Zeit für ein „Best of China“ ist. Allerdings ändere ich die bisherige Vorgehensweise und übernehme nicht mehr Artikel von meinem alten Blog in den Neuen, sondern ich mache dieses Mal eine Galerie. In dieser Galerie könnt ihr mir auf meiner kulinarischen Reise durch Shanghai folgen. Für die letzten beiden Abendessen (gestern und heute) folgen zwei gesonderte Blogeinträge, wenn ich wieder in Deutschland bin. Weiterlesen

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HANGZHOU – DER HIMMEL AUF ERDEN

Chinesisches Sprichwort: Der Himmel hat das Paradies, die Erde hat Hangzhou.

Samstag Morgen ging es mit dem Schnellzug von Shanghai nach Hangzhou. Nach nur einer Stunde kamen wir an und suchten uns ein Taxi, was sich eher schwieriger gestaltete, da uns (zu dem Zeitpunkt noch 5 Leute) keiner mitnehmen wollte, obwohl wir sogar verhandelten, dass wir zwei Taxis nehmen würden.

Nach einem ewigen hin und her gerenne und einigen entnervten Flüchen später, saßen wir schließlich doch in zwei Taxis und waren auf den Weg ins Hotel. Diese Ankunftsphase war alles andere als paradisisch, da es noch dazu sehr heiß war und wir unser ganzes Gepäck mit bei der Taxisuche herumschleppen durften.

Schließlich im Hotel angekommen, machten wir die erste lustige Entdeckung:

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Wir hatten auf den Zimmern Feuerschutzmasken! Für das nicht gerade sicherheitsfreundliche China ist das schon wirklich etwas besonderes und spätestens am ersten Abend wussten wir auch, dass in Hangzhou öfter mal das Feuer ausbricht und diese Masken nicht mal so dumm sind.

Glücklicherweise brauchten wir sie während unserer ganzen Städtereise nicht und machten uns nach dem Auspacken gleich mal auf zum West Lake, für den Hangzhou berühmt ist.

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Leider ist der See soooo groß, dass ich es nie ganz schaffte ihn auf ein Foto drauf zu bekommen, deswegen gibt es im folgenden immer wieder ein paar Ausschnitte.

Unseren ersten Nachmittag in Hangzhou verbrachten wir also damit, zu versuchen den See zu umrunden. Ich schreibe bewusst versuchen, da wir leider nur den 3/4 See mit Abkürzung geschafft haben. Obwohl wir uns kurz nach dem losgehen in einem Teehaus gestärkt hatten!

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Manni, Maria und Andi beim verteilen des EINZIGEN Gerichts des Teehauses und zwar Nudelsuppe.

Übrigens ist diese Maria nicht meine kleine chinesische Maria, wie man unschwer erkennen dürfte. 😉

Während dieser Stärkung stieß auch Stephan zu uns, der ganz gegen seine Natur verschlafen hatte und uns nach Hangzhou nachfuhr. Alle zusammen schlenderten wir weiter an der Uferpromenade entlang und gelangten in das ein oder andere Museum über Topfdeckel, Akt-Malerei, Tonkrüge, etc… doch das wurde uns dann irgendwann zu langweilig und wir fanden eine Art Garten mit Steinskulpturen und Kalligrafiezeichnungen, durch den ganz viele Treppen überall hin und vor allem nach oben führten. Zu diesem Zeitpunkt noch leichtfüßig erklommen wir die Stufen und hatten einen schönen Blick über den See.

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Im Hintergrund dieses Bildes ist übrigens auch die Krombacher Insel (oder wie unsere drei Helden behauptet hatten: Die Warsteiner Insel! Falsche Biermarke sag ich da nur.).

Obwohl es wirklich ein schönes schattiges Plätzchen war bei um die 35°, liesen wir uns nicht beirren und unser Weg führte uns an so manchem Getier vorbei.

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Und zwischen drin überraschte uns der See immer wieder mit schönen Ausblicken:

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Der Spaß durfte zwischendrin natürlich auch nicht zu kurz kommen und so musste Stephan bei diversen Fotosessions der Mädels als Gepäckträger herhalten.

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Zum Dank fürs tragen gibts extra ein Gedenkfoto.

Am späten Nachmittag erreichten wir meine Wunschsehenswürdigkeit und zwar die riesige Pagode von der man einen tollen Blick über den See hat. Das letzte der drei Landschaftsbilder oben ist übrigens von dort aufgenommen. Deswegen ist es auch so trüb, denn leider wurde es immer diesiger je später es wurde.

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Hinten: Stephan, Dejla , Andi, Manni

Vorne: Ich und Maria

Hier ist ein Gruppenbild von uns vor der Pagode, das übrigens von einem Chinesen aufgenommen wurde, dessen Kamera dreimal so groß wie meine war! Sehr ammüsant die beiden Fotoapperate nebeneinander zu sehen.

Lustig war auch, dass zwei Rolltreppen hinauf zur Pagode führten, was im totalen Gegensatz zu dem von außen traditionellem Gebäude steht. Innen war es nämlich auch sehr modern mit Glasaufzügen und einem Glasboden durch den man das alte Fundament bewundern konnte. Ganz von oben jedoch war die Sicht auf die Rolltreppen und den dahinter liegenden Tempel noch obskurer.

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Beleuchte sah die Pagode noch besser aus.

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Das war dann eigentlich unsere letzte Station an diesem Tag und wir wollten nur noch Abendessen, duschen und danach vielleicht noch kurz weg. Doch nach dem Abendessen hatte keiner wirklich Lust sich in eine Bar zu setzen und so gingen wir nochmal zum See. Dort kündigte uns ein Lautsprecher dann an, dass die „Show“ in fünf Minuten losgehen würde. Wir waren dann erst ein bisschen ratlos, entschlossen uns aber dann doch dort zu bleiben und uns diese Show anzusehen. Maria meinte auch sie habe da etwas in ihrem Reiseführer gelesen.

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Letztendlich löste sich das Räsel, als sich Wasserfontänen erhoben und zu sanften Musikklängen zu tanzen begangen. Was auch sehr schön anzusehen war, nur die ganzen quatschenden Menschenmassen störten ein bisschen. Aber wann ist man in China schon allein? (Auf die Frage komme ich später nochmal zurück.)

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Und das beleuchtete Drachenboot soll den Abschluss des ersten Tages bilden.

Sonntag morgen ging es „früh“ um 9 Uhr zum Frühstücken ins 85° (Das gibt es auch in der Hongmei Lu und ist mein täglicher Morgenkaffeelieferant.).

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Dieses Bild wurde übrigens nur gemacht, damit wir die Kleine neben uns auch mit drauf haben. War echt süß wie bedächtig sie ihren Kuchen gegessen hat. Ging aber bei der Mini-Gabel, die sie bekommen hat auch nicht anders.

Nun zu unserem 2. Tag in Hangzhou. Das Tagesziel lautete: Der fette Steinbuddha aus unserem Reiseführer!

Dazu mussten wir mit dem Taxi in die Nähe des Feilai-Bergs. Also nichts wie losgebraust, die Fahrt am See genossen, in der Schlange angestellt, Karten gekauft, ab zum Einlass und… Ja eigentlich wollten wir ja mit der Gondel den Berg hochfahren, ihn dann zu Fuß wieder runtergehen und nach und nach alle Sehenswürdigkeiten in diesem Gebiet abklappern.

Ein Problem in Hangzhou ist wirklich, dass keiner Englisch zu sprechen scheint und auch alles nur auf Chinesisch geschrieben steht. Somit war die Orientierungskarte auch auf Chinesisch und wir erstmal zwischen all den Touristen ziemlich verloren. Nett lächelnd versuchten wir dann einfach mit der Eintrittkarte für die Seilbahn und in alle Richtungen deutend herauszufinden wo wir denn nun den Berg hochfahren müssten. Schließlich fügten wir alle unterschiedlichen infos zusammen und folgten einem verlasseneren Weg hinaus und an einigen Feldern vorbei, bis schließlich die Seilbahn zwischen den Bäumen auftauchte.

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Das ganze sah nicht nur von weitem etwas wacklig aus, sondern auch als wir drinsaßen. Doch da die Godeln angeblich in Deutschland hergestellt wurden bzw. wenigstens die Technik deutsch war, waren wir etwas beruhigter.

Warum sollten wir schließlich nicht genauso fröhlich grinsen wie die chinesen in den anderen Gondeln, die uns Westlichen auch gleich gegenfotografieren mussten. Typisch chinesisch!

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Nun kommt eines meiner Lieblingsbilder, das auf dem Weg aus dem Seilbahnbereich aufgenommen wurde.

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Und der Weg führte tatsächlich nach draußen, hoch auf die Spitze des Feihai-Gipfels und zu einem Tempel.

Diesen Tempel haben wir nicht angesehen, da keiner große Lust hatte nochmal extra Eintritt zu zahlen und wieder ähnliche Buddhastatuen zu sehen wie in allen anderen Tempeln, da wir ja eigentlich nur einen bestimmten Buddha sehen wollten, der in eine Felswand gehauen wurde.

Somit wurden nur ein paar Bilder gemacht und schon ging es wieder an den Abstieg.

Auf dem Weg begegnete uns auch das ein oder andere Tier. Doch zuerst eine Frage: Was ist das?

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Es ging ja um Tiere deswegen gibts noch ein Hinweisbild:

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Jetzt ist es leicht! Ja, es ist ein Sattel. So wie er aussieht allerdings ein ziemlich unbequemer.

Weitere Tiere auf unserem Weg war ein Hund, Eidechsen, Tausendfüßler, Ameisen und Schmetterlinge.

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Abgesehen begegneten uns kaum Lebewesen und das ist wirklich ein Wunder in China, wie meine Frage weiter oben schon zum Ausdruck gebracht hat. Es war wirklich idyllisch durch die Hügel am Rande des West Lakes von Hangzhou zu wandern (auch wenn man mit Ballerinas eigentlich nicht wandert, aber es ging trotzdem).

Doch auf dem ganzen Weg war uns noch nicht der gesuchte Buddha begegnet und da man in China einfach ständig an Tempeln vorbei kommt, gingen wir schließlich doch in einen hinein. Dieser war wieder komplett anders als die Tempel in Shanghai oder in Lhasa und für diese touristische Zone sogar richtig sauber. Außerdem hat es sich schon alleine für die Begegnung mit dem Tausenfüßler in freier Wildbahn gelohnt, die erneut vielen Stufen die Tempelanlage hinaufzusteigen.

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Hier sitze ich vor einem der Nebengebäude des Tempels, in dem eine riesige hinduistische Statue steht. Davon gibts allerdings kein Bild, sondern von Maria, die an der Quelle „heiliges“ Wasser schöpft, was nicht mal so schlecht geschmeckt hat.

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Doch nicht nur die Tempelanlage an sich war interessant, sondern auch die Leute, die darin herum gelaufen sind. Ab und zu sah man wieder einige Mönche. Doch faszinierend fand ich den Herren unten im Bild mit seiner Last. So wurde dort alles vom Tee bis hin zu den Räucherstäbdchen transportiert.

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Als wir schließlich den Tempel wieder hinter uns gelassen hatten, wartete die Natur mit ihrer Schönheit auf und versetzte uns in Urlaubsstimmung.

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Sonnenschein, Bambus und ein schöner Spaziergang! Was will man mehr? Ach ja… eigentlich wollten wir ja diesen einen Buddha finden. Also kämpften wir uns durch die Touristenmassen eines Hauptweges und wieder hoch auf die Spitze eines weiteren Berges.

Auf so vielen Bergen wie in letzter Zeit war ich noch nie und die Hitze zerrte zusätzlich an unseren Kräften. Des öfterem wurde ich von den anderen gefragt, ob es sich wirklich lohnt da hochzusteigen und ich bejahte es, weil eine Chinesin, die ein kleinwenig Englisch gesprochen hatte, gesagt hatte, dass es sich lohnen würde.

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Und das hat es auch, weil wir Mädels ein paar echt coole und lustige Bilder machen konnten.

Von diesem Gipfel aus hatten wir zwar keinen schönen Blick auf den See, sondern viel mehr ein bisschen Kletterspaß. Es war fast wie im Urwald. Überall Lianen und Orchideen. Und nein, wir hocken da nicht wie die Affen auf den Bäumen! 😛

Einziger Nachteil war, dass wir unserem Buddha anscheinend immer noch erschreckend weit entfernt waren, doch der Auf- und Abstieg war mit größeren und kleineren Hindernissen definitiv eine Erfahrung!

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Unten wieder angekommen. Hörten wir die lautstarken Stimmen der Reiseführer verstärkt durch Mikros und waren fast wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, dass Hangzhou doch nicht das Urwald-China-Paradies auf Erden ist, sondern eben eine touristenüberflutete Stadt. Aber wir machten einen kleinen Umweg in eine Grotte, entdeckten dort einen Termitenbau, waren dann ganz schnell wieder draußen und in einer weiteren Grotte. Die konnten wir auch nicht lange genießen, da schon wieder die nächste japanische Reisegruppe ankam und somit hauten wir ab und waren fast wieder beim Ausgang bzw. beim Eingang, in den wir anfangs fälschlicherweise gegangen waren.

Und immer noch war unser Buddha nicht zu sehen, wegen dem wir eigentlich den ganzen Weg auf uns genommen hatten.

Doch nach ein paar Schritten flussaufwärts war er dann da.

Tada…..

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Und nachdem wir ein kleines Suchspiel wegen dieses Buddhas veranstaltet haben, gibts ein kleines Suchbild für meine treuen Leser. Wo bin ich?

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Dieses Bild ist nicht allzu schwierig… da hätt ich auch noch schlimmere, aber es zeigt recht schön, wie viele Leute da unterwegs waren und vor allem im Hintergrund weitere Götter, die in Fels gehauen wurden.

Nach diesem Ausflug war unser Tag noch nicht zu Ende, sondern es ging mit dem Bus wieder zum See und von dort aus zu einem der vielen Bootsverleihe.

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Hier sind die Schwimmwesten noch mehr oder weniger an.

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Und hier sind sie schon wieder aus und die Füße im Wasser. Doch das Füße ins Wasserhängen rief einen „Aufseher“ oder etwas in der Art auf den Plan – jedenfalls einen mit einem riesigen Boot, der uns die ganze Zeit anhupte, auf Wasser zeigte, dann mit einem Finger über seinen Hals strich und in voller Lautstärke etwas auf Chinesisch brüllte.

Unsere Übersetzung war, dass unsere Füße die Fische im See töten würden.

Nun ja… deshalb suchten wir uns ein anderes Hobby und versuchten diverse andere Boote zu rammen, doch unser Boit war einfach zu langsam und die anderen konnten jedes Mal ausweichen.

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Dennoch hatte der Reiseführer von Maria recht, dass so eine Bootsfahrt ein entspannter Abschluss des Tages ist und wir kamen nach zwei Stunden warten am Bahnhof, einer Stunde Zugfahrt und einer weiteren viertel Stunde Metro fahren schließlich zuhause an und das Wochenende war leider vorbei.

Diverse nachwirkungen sind dieses Mal: braunere Haut, schmerzende Füße und ein paar Mückenstiche.

Doch alles in allem würde ich definitiv noch einmal nach Hangzhou fahren!

Album mit den ganzen Bilder folgt noch. 😉

SHANGHAI SEHEN (6) – NUR KEINE MÜDIGKEIT VORSCHÜTZEN

Nur keine Müdigkeit vorschützen wird das Motto meiner letzten Wochen hier. Da mir nur noch vier bleiben, wird jede freie Minute verplant.

Daher war auch dieses Wochenende ein sehr anstrengendes. Am Freitag hatte ich schon eine Vorahnung, deswegen ließ ich den Abend ruhig angehen, ging relativ früh ins Bett und tankte Kraft für den Samstag und Sonntag.

Wie sich herausstellte nicht genug!

DSC05787Samstagmorgen stand ich also um 7 Uhr schon wieder auf und machte mich auf den weiten Weg zur Busstation am Shanghai Indoor Stadium. Von dort aus, wollten Stephan, Bianca und ich nach Tongli losfahren. Es ging hinaus aus Shanghai, über die Autobahn richtig Qinpu und dann immer weiter Richtung Suzhou bis nach Tongli einer kleinen touristenüberlaufenen Wasserstadt.

So „ruhig“ sieht es nur auf den Wasserstraße aus, nicht jedoch in den anderen Sraßen.

DSC05785Genau wie Zhujiajiao ist auch Tongli in einer ländlicheren Region, weitab von Hochhäusern und dem westlichen Einfluss. Somit sieht man manchmal wunderliche Dinge, die einem vor die Linse laufem. Allen voran drei Deutsche, die verrückte Fotos aufnehmen wollen, in die einfach jemand mit einem Tisch rennt.

 

Doch auch diverse andere interessante Motive liefen oder schliefen vor meiner Kamera:

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Zwischen unseren Versuchen die Kultur Chinas besser zu verstehen und zu erfahren, durfte natürlich auch mal wieder hier der Spaß nicht fehlen und wir suchten uns einige lustige Moves und Motive überall in der Stadt aus. Hier einmal eine kleine Auswahl:

Während wir also unsere Fotos machten und uns mit der Umgebung arrangierten, schossen die Chinesen bestimmt doppelt so viele Fotos von uns, wie ich das ganze Wochenende über machte.

Außerhalb Shanghais sind Westliche anscheinend immer noch eine richtige Rarität und etwas ganz besonderes.

Damit wir nicht mehr ganz so herausstachen, versuchten wir uns mit traditionellen chinesischen Kleidern zu tarnen, was jedoch auch nicht gerade unauffälliger war, aber seht selbst:

Diese ganzen Bilder entstanden übrigens in einem dieser typischen chinesischen Gärten wie dem Yu Garden (in der Altstadt von Shanghai) oder Kezis Garden (in Zhujiajiao). Umso länger ich hierbin umso mehr Änlichkeiten fallen mir in der Architektur in der Umgebung von Shanghai auf, jedenfalls von den „alten“ Gebäuden:

Immer hübsch geschwungene Ausläufer der Dächer, diese seltamen verwinkelten Steine und kleine Teiche mit Unmengen an Goldfischen.

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Tongli ist wirklich schön gewesen und eigentlich wollten wir mit dem Boot noch auf eine Insel fahren. Allerdings hat unser kleiner Snack zwischendrin ein bisschen mehr Zeit in Anspruch genommen. Diese Pause hatten wir aber auf jeden Fall gebraucht und außerdem sind uns ein paar nette Motive vor die Kamera gelaufen, darunter ein Pirat, zwei Hunde und ein kleines Mädchen, das haargenau das gleiche Foto von sich machen ließ, das auch ich von Bianca gemacht hatte. Die spinnen, die Chinesen! 😉

Damit war der erste Abschnitt des Samstags schon geschafft und wir fuhren um halb 5 mit dem Bus zurück nach Shanghai. Da wir wieder länger als geplant für die Fahrt gebraucht hatten, spurteten wir alle in Richtung Wohungen. Ich hatte geschlagene 10min Zeit um mich umzuziehen und für eine längerer Partynacht fertig zu machen. Dann musste ich schon wieder zur U-Bahn und in Richtung Treffpunkt.

Gegen 20 Uhr waren wir schließlich wieder alle drei am Jing’an Temple, an dem ich zufällig einen Guide für Shanghai Touren kennen lernte, der gerade eine „Geister-Tour“ machen wollte. Falls ich Zeit habe, ruf ich ihn mal an, was er so erzählte klang wirklich interessant. Leider konnten wir nicht mitmachen da der Rest der Shanghai Connections Gruppe mit dem Essen in „Nepali Kitchen“ auf uns wartete.

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Wieder einmal waren viele neue Gesichter dabei (jedenfalls für mich), aber wie nicht anders üblich stellte man sich schnell vor, kam gut ins Gespräch und verstand sich sofort. Insgesamt wurden wir im Laufe des Abends um die 15 Leute, mache kamen dazu, gingen wieder verloren und einige blieben bis zum bitteren Ende.

Los ging die Samstägliche Partynacht mit der Bar „Windows Too“. Bis jetzt weiß ich nicht, was es mit dem Namen auf sich hat, wir haben jedoch im Laufe unseres Aufenthalts dort ausgiebig darüber philosophiert.

Über diese schöne Dekoration über dem Eingangsbereich wurde natürlich auch eiffrig diskutiert.;)

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Dann fuhren wir in nahezu geschlossener Gruppe an den Bund zum „Zeal“.

Der/die/das Zeal war richtig cool, da man von der Terrasse aus, den ganzen Bund und Pudong sehen konnte. Leider war es nach 22 Uhr, also war mal wieder der Großteil der Lichter aus. Dennoch hatten wir Spaß und lernten einige neue Leute kennen, die bei der Aufnahme des folgenden Bildes hinter der Kamera standen. 😉

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Vom Zeal aus ging es weiter in einen andern Club am Bund, das „Horizen“. Weil dort so wenig los war, ging es recht bald wieder weiter in „The Apartment“ und dort endete für mich der Abend. Zwar wäre es wirklich lustig gewesen noch weiter zu feiern, allerdings musste ich am nächsten Morgen wieder früh raus zum Sightseeing mit Bianca (ganz rechts im Bild).

Nach einer viel zu kurzen Nacht stand ich am Sonntag wieder früh auf und es ging zur U-Bahn und mit dieser weiter nach Qibao, dem zweiten Wasserdorf an diesem Wochenende.

Qibao ist übrigens noch in Shanghai, ziemlich im Süd-Westen. Leider gibt es von der Hongmei Lu keine direkte Subway-Verbindung nach Qibao, deswegen musste ich eine relativ große Fußstrecke zurücklegen. Erschwerend hinzu kam, dass das Wochenende sehr heiß war und so traf ich ein wenig verspätet am verabredeten Ort ein. Gemeinsam mit einer chinesischen Bekannten von Bianca ging es zum Eingang der kleinen Wasserstadt, die im ersten Moment nur aus Menschen bestand.

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(Bestes Beispiel für den „Geschmack“ der Chinesen. Traditionelles Haus vor Neubau – einfach überdeckt mit einem Plakat.)

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(Der Glockenturm)

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(Ich beim Wünsche erfüllen! – Der erste Schlag steht für einen besonderen Wunsch, der zweite Schlag für alle übrigen Wünsche und der dritte für ein langes, glückliches Leben. Mal schaun, was alles eintritt.)

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(Blick in die Hinterhöfe vom Glockenturm aus.)

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(Findet ihr meinen Zwilling? xD)

In dieses Menschengetümmel stürtzten wir uns also und versuchten mal wieder die Orte unseres Interesses zu finden. Bei so vielen Menschen (überwiegend Chinesen) ist das ganz schön schwer. Aber wir entdeckten in den Straßen von Qibao einige interessante Dinge und vor allem Köstlichkeiten.

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(Lebende Fische in Spielzeugbällen…. da fehlen einem die Worte.)

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(So sah unser Mittagessen während des Zubereitens aus…)

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(…hier ist es bereit zum Essen. Das ganze schmeckt übrigens echt lecker. Es ist eine Frucht/Reismischung, die in ein Bambusrohr gesteckt wurde. So sieht es jedenfalls aus und schmeckt es.)

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(Von diesem Stand wollte niemand von uns etwas probieren, aber auch das sind typisch chinesische Leckereien. Leider habe ich schon wieder vergessen ein Bild vom Stinke-Tofu zu machen, aber das ist visuell eh nicht so interessant. )

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(In Europa geht man mit dem Kopf durch die Wand und hier mit dem Hammer auf den Teig.)

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(Es ist vollbracht! Nach über 4 Monaten habe ich endlich solche Spieße probiert. Waren wirklich nicht schlecht.)

Abgesehen von dem Essen gab es noch ein weiteres Highlight in Qibao für mich. Etwas, dass man in Europa nur aus dem Fernsehen kennt – ein Schattenspiel.

Abgesehen von den vielen kleinen Läden (touristisch, 10 RMB-Shops und Seidenschals) hat Qibao auch einige Museen zu bieten, wie das „Shadowgraph“ Museum.

Ich hatte wirklich die Hoffnung aufgegeben so eine Schattenspielvorführungen zu sehen.

Ich fasse mal kurz die Geschichte des Schattenspiels zusammen, deren Übersetzung wir leider erst danach erfuhren und somit die gesamte Zeit, keine Ahnung hatten worum es überhaupt ging. Tortzdem war es richtig interessant!

Also: „Ein spezieller chinesischer Krieger, dessen Name unaussprechlich und kompliziert ist, saß an seinem Schreibtisch und philosophierte. Irgendwann tauchten Krieger auf, um ihn zur Strecke zu bringen, doch der Krieger floh und metzelte einem nach dem anderen nieder, um das chinesische Volk zu beschützen. Da er sich so selbstlos opferte, ist er immer noch eine Legende in der chinesischen Geschichte.“ Soweit zur Story, nun folgen die Bilder.

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Wie gesagt war es wirklich beeindruckend, erstaunlich, farbenfroh und laut. Wie so ziemlich alles hier, was von Musik untermalt wird.

Nach der Vorstellung machten wir uns auf den Weg zurück nach Shanghai. Zugegebenermaßen war Qibao, das enttäuschenste Wasserdorf für mich, abgesehen von den Spießen und dem Schattenmuseum.

An erster Stelle steht nach wie vor Zhujiajiao mit seinen vielen Kanälen und Booten, darauf folgt Tongli und schließlich Qibao. Ich frag mich nur ab wann ein Dorf, ein Wasserdorf wird. Durch Qibao geht nämlich soweit ich gesehen habe nur ein einziger größerer Fluss.

Damit wäre das Sightseeing des Wochenendes abgehakt, doch Sonntagnachmittag wollten Bianca und ich eigentlich noch Shoppen gehen.

Wir gingen also zurück zur Metrostation, begleitet von chinesischen Gedichten und Musik.

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Da Bianca und ich beide ziemlich erledigt waren, beschlossen wir nur noch zu einer Boutique in ihrer alten Straße zu fahren und danach auszuspannen, auszuschlafen und uns auf die neue Woche vorzubereiten.

Auch wenn wir von der Metro bis zu dem Geschäft einen viel zu weiten Weg zurücklegen mussten, hat es sich im nachhinein zum Glück für mich gelohnt. Erstens gabs von Bianca ein Eis (dankeschön nochmal!), Chips und Sprite und zweitens fand ich ein sehr hübsches (wieder einmal buntes Kleid) für mich.

Diese Woche muss ich mich unbedingt meinem Koffer und Pack-Problem annehmen und dann abschätzen wie viel ich noch einkaufen darf und kann. Das wird richtig knifflig!

Mal schaun, was ich alles meinem Bruder mitgebe…. bestimmt das ein oder andere Mitbringsel für meine treuen Leser hier! 😉

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen meiner Artikel! Ich denke, dass noch das ein oder andere kommen wird und einen schönen Start in die neue Woche.

Als kleinen Vorgeschmack:

Montag – Salsa tanzen im Mural

Dienstag – Mädelsabend mit Mani- und Pediküre, danach Massage

Mittwoch – Modelsnight im Mint

Donnerstag – Künstlerviertel

Freitag – vielleicht Teppanaki und danach weggehen

Samstag – geplant war Hongkong, Flug ist mir aber für einen Tag doch zu teuer

Sonntag – wahrscheinlich ausschlafen und ausruhen

SHANGHAI SEHEN (5) – BARBECUE

Letzte Woche erhielten wir „Deutschen“ von ein paar unserer chinesischen Kollegen eine Einladung zum Barbecue für Samstag. Wir freuten uns darüber natürlich riesig und waren sofort Feuer und Flamme für die Idee, vor allem nachdem wir erfuhren, dass das ganze auch noch in Zhujiajiao (Chinesisches Venedig) stattfinden sollte. Doch das Feuer  in uns half nicht so sehr beim Feuermachen wie gewünscht und wir hatten einige Probleme, dazu später mehr.

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Zuerst einmal ein kleines Gruppenfoto. Wie man sieht passen wir deutschen uns den Gebräuchen der Chinesen doch hin und wieder an. 😉

Aber nicht nur das, auch in anderer Hinsicht haben wir versucht unseren chinesischen Kollegen ähnlicher zu werden:

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Diese Bilder entstanden vorm und nach dem Grillen und wir hatten echt ziemlich viel Spaß. Das Grillen an sich war auch super lustig, denn wie sich herausstellte, hatte keiner der anderen jemals gegrillt, nur wir Deutschen.

Dementsprechend lief auch die Aufgabenverteilung ab. Die chinesischen Mädels bereiteten das Essen vor.

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Natürlich auch mit ein bisschen deutscher Hilfe.

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Es ist übrigens wirklich nicht so einfach ohne Stühle und vor allem TISCH das ganze Essen vorzubereiten, aber eines der liebsten Dinge der Chinesen – nämlich die Plastiktüte half uns doch sehr bei der Vorbereitung.

Große Hilfe benötigten unsere Gastgeber auch beim Anschüren des Grills und da kam uns unsere Erfahrung zu Hilfe. Also standen alle Chinesen herum, schauten eifrig zu und lernten, wie wir versuchten ein Feuer anzubekommen und zwar ohne Kohleanzünder, was überhaupt nicht so einfach ist. Den Anzünder hatten ihre schlauen Internetseiten, von denen sie ihr Grill-Wissen hatten, anscheinend vergessen. Deswegen hatten sie wirklich alles, außer eben dieses Hilfsmittel um Feuer zu machen.

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Ziemlich ratlose Gesichter machten dann auch alle, als unser Feuerchen anstatt zu brennen oder zu glühen, dann zum Rauchen anfing.

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Letztendlich schafften wir es doch noch die Kohlen zum Glühen zum bringen und dann herrschte reger Andrang, damit auch jeder alles probieren konnte. Wir hatten sogar Nürnberger Bratwürste! (Danke an Manni)

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Das war unser kleiner Pavillion. Morgens als wir dort ankamen, so es noch ziemlich danach aus, dass es regnen würde und wir froh über ein Dach über den Kopf sein könnten, glücklicherweise wurde das Wetter jedoch immer besser und besser und zeitweise scheinte sogar die Sonne.

Gut gesättigt und ammüsiert, ging es dann weiter ins Innere von Zhujiajiao zu den ganzen kleinen Geschäften, Brücken, Booten und Gässchen. Es war fast so schön, wie das erste Mal. Leider war es jedoch schon später Nachmittag als wir dort ankamen und so hatte einiges schon zu. Dennoch konnten wir in der untergehenden Sonne noch ein nettes Gruppenbild machen (siehe oben) und waren auch noch essen. Ach ja und zwei unserer „Jungs“ beendeten unseren tag mit einem lauten Knall:

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(Man beachte hier die nichtvorhandenen Sicherheitsvorkehrungen! Es wird zwar nur auf die Luftballons geschossen, allerdings läuft da genau der Weg vorbei und man schießt sozusagen in Gehrichtung)

SHANGHAI SEHEN (4) – XINTIANDI

Mein letzten Besucher (Lena und Kajetan) sind seit gestern Abend (ihrer Zeit) wieder zuhause. War wirklich eine tolle Woche mit vielen neuen Einblicken in die kleinere Shanghaier Straßen, da mein Freund kulinarisch gesehen gerne sehr abenteuerlich ist und wirklich alles probiert.

Dieser Eintrag geht jetzt allerdings nicht über die gesamte letzte Woche, sondern nur über unseren Ausflug ins Künstlerviertel von Shanghai am Samstag – fünf kunstvolle Menschen in einer bunten, kreativen und immer wieder überraschenden Umgebung.

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Hier sind mal vier der fünf Menschen beim Frühstücken in den Straßen der Xintiandi (French Concession).

Von links nach rechts: Lena, Kajetan, ich und Christian. Danke an den Fotografen, Andreas! 😉

Anders als die Wochen zuvor habe ich nicht zuhause das Frühstück zu mir genommen, sondern wir machten uns einfach auf den Weg ins Künstlerviertel und kauften direkt von der Straße einfach so mal ein paar Dumplings. Umgerechnet hat uns das Frühstück soweit ich mich erinnern kann, ca. 1,50 für 5 Personen gekostet.

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Wir endeckten kunstvolle Bambuskonstruktionen mit Feuerlöschern im „used look“.

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Außerdem auch die ein oder anderen abenteuerlichen Anordnungen von Kabeln einfach über der Straße.

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Auch die Hintergässchen in der French Concession sind mehr als nur schön anzusehen, sondern haben auch richtig

flair.

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So großflächig Shanghai auch sein mag, es gibt doch auch hin und wieder sehr enge, kleine Gässchen mit vielen verschiedenen Geschäften, Kaffees und Restaurants.

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Und da wir im Künstlerviertel waren gibts hier mal ein bisschen Wandkunst. Leider war dieses Café jedoch komplett besetzt wie so ziemlich jedes, sodass wir uns in höhere Regionen zurückziehen mussten, von wo aus wie einen tollen Blick über das Viertel hatten:

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Durch Zufall bogen wir in eine sehr kleine etwas heruntergekommene Straße ab und traten in ein Café, das vollkommen leer war, obwohl es wirklich sehr schön und modern eingerichtet war. Meinen Vermutungen zufolge schätze ich, dass der Eingang der Gasse die ganzen Besucher ziemlich abschreckt und sich keiner zu dem Café vorwagt. Wir taten dennoch diesen Schritt und wurden schließlich nach einem längeren Aufstieg durch vier oder fünf Stockwerke mit besagtem Ausblick über das Viertel und einer mini Terasse mit Sonnenschein belohnt.

Dieser Ort wird mir lange in Erinnerung bleiben, weil er perfekt die Gegensätze von Shanghai widerspiegelt. Einmal dieses wirklich süße Café mit einer tollen kleinen Dachterrasse mit nur zwei Tischen mitten im Künstlerviertel von Shanghai, dessen verwinkelte Gassen von Hochhäusern umgeben sind. Dann der Aufstieg durch neugestrichene und restaurierte Räume, dass einem eher das Gefühl gibt, als würde man 5 Stockwerke durch eine Wohnung gehen, als durch ein gewöhnliches Café. Schließlich die außergewöhnliche Bestellabwicklung und zwar muss man die Kellnerin per Handy anrufen, damit sie von ganz unten den Kaffee nach oben bringt. (Auch sehr ungewöhnlich für Shanghai, dass es nur eine Kellnerin gab).

Rund um war es einfach was besonderes mit genau diesen Leuten, an genau diesem Platz, an genau diesem Tag dort oben zu sitzen und alles einfach stimmte.

Für einen so kreativen, kleinen und aufgeschlossenen Menschen wie mich, war es einfach ein Traum durch diese winzigen Gassen voller Leute (sowohl Chinesen, als auch Westliche) zu schlendern, die Boutiquen und Geschäfte voller Kleider, Tücher, Bilder, Schals, Postkarten, Teeshops, Schmuck und anderen Waren anzuschauen und einfach Spaß zu haben.

Es war wieder eine andere Seite dieser beeindruckenden Stadt und am liebsten würde ich mich diese paar Tage zurückwünschen und immer noch dort oben sitzen und die Sonne genießen.

Sommerliche Grüße aus der überraschenden Stadt Shanghai und Frohe Ostern an alle! 😉

ZHUJIAJIAO – MEIN CHINESISCHES VENEDIG

Nun kommt also der Eintrag zum Samstag, meinem 2.Tag bei Maria.

Nachdem ich mich habe aufklären lassen, dass es anscheinend rund um Shanghai diverse Wasserdörfer gibt und eines davon „chinesisches Venedig“ oder ähnlich heißt, taufe ich eben Zhujiajiao (ein kleines Wasserdorf und Heimatstadt von Maria) zu meinem persönlichen chinesischem Venedig.

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Gut und nun folgt also meine Fortsetzungsgeschichte. Auf den Bild sind meine Gastgeberin, ihr Sohn und ich auf einer der ungefähr 46 Brücken von Zhujiajiao zu sehen.

Mein Frühstück habe ich ja im letzten Eintrag schon beschrieben. Es war etwas spezieller. Doch das chinesische Früchstück, also das eigentliche ist noch spezieller! Wir schlendern also so zwischen den kleinen, aber sehr schönen Häusern von Zhujiajiao umher. Schauen einmal in dieses oder jenes „Geschäft“ hinein und sozusagen jeder zweite Laden verkauft auch etwas zu Essen. Irgendwann kamen wir dann in einen, der zuerst auf der einen Seite wie ein Apotheke ausgesehen hat und auf der anderen Seite mehr wie eine Hexenküche mit großen Gläsern in denen allerhand mysteriöse Dinge schwammen.

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Im Hintergrund die vermeindliche „Apotheke“ und im Vordergrund meine Gastfamilie für zwei Tage und die Gläser mit ominösem Inhalt.

Maria hat mit mir am Freitag ausgemacht, dass ich von allem immer was probieren sollte, sollte ich natürlich auch den Inhalt eines der Gläser probieren. Ich war so im Bang gezogen von diesem Laden und den Geräuschen und Leuten, dass ich einfach das hell-gelbe irgendwie Ananass-artige etwas angenommen habe und brav darauf rumgekaut habe.

Das war ein Fehler! Spätestens, als mich die drei grinsend anstarrten und auf meine Reaktion warteten und der Ignwer (es war zum Glück nur eingelegter Ingwer) sein Aroma in meinem Mund ausbreitete, hätte ich aufhören sollen so zu tun, als würde ich wirklich alles essen können. Doch irgendwann fing es an zu brennen und ja… Das Lachen von Eric über meinen Gesichtsausdruck, konnte man wahrscheinlich noch am andern Ende des Dorfes hören.

Aber auch diese kulinarische Köstlichkeit habe ich überlebt und wenn man sich den Inhalt der anderen Gläser ansieht, hätte es mich auch schlimmer treffen können. Danach gingen wir dann in einen chinesischen Tempel… ich hab jetzt herausgefunden, dass sie nicht rein buddhistisch sind, sondern alles irgendwie gemsicht ist. Deswegen kommen auch diese vielen unterschiedlichen Götter zustande.

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Hier mal einer der aufwendigeren Altäre dieses Tempels (oben) und Maria + Familie mit einer Klangschale (unten).

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Leider habe ich nicht so viele Informationen über die buddhistische Religion erhalten, wie ich mir erhofft hatte. So weiß ich auch nicht welche Bedeutung die Klangschale hat, außer vielleicht böse Geister zu vertreiben, da schon das Wort „Religion“ für meine Gastgeber unbekannt war.

Mal am Rande ein kleines Spiel: Erklärt mal Buddhismus, ohne die Wörter Religion, Buddha, beten, Gott und Tempel verwenden zu können/dürfen. Ist nahezu eine Sache der Unmöglichkeit! Nach einer Stunde habe ich es mehr oder minder erfolgreich hinbekommen.

Nach dem Tempel ging es dann weiter zwischen all den Essensständen und Kleiderläden hindurch quer durch das Dorf.

Endlich hab ich ein paar Mitbringsel und eigene „Erinnerungsstücke“ gefunden. Außerdem konnte ich meinen Sommerkleiderschrank erweitern! 😉 Zwischendrin wurde ich natürlich immer wieder mit Süßigkeiten gemästet. Manche davon waren allerdings wirklich gut, deswegen ist mein Couchtisch jetzt auch ziemlich beladen.

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Hier mal ein kleiner „Guide“ wie man diverse Getränke auf Chinesisch schreibt und die englischen Übersetzungen dazu. Mein Freund beachte bitte das schwarze Schild. ist leider nur schwer zu lesen, aber ich schätze, du weißt was es heißen soll. 😉

Nach dem Shopping und dem Umherschlendern waren wir dann Essen.

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Hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Schlachtfeld. Hier sieht man mal ein paar der Spezialitäten von Zhujiajiao unteranderem Mini-Scrimps die man mit Schale ist, nur der Kopf wird ausgespuckt. Links vorne hätten wie dann kaltes „Chicken“ gehackt. Das wird nur in Sojasoße getaucht und ich kann euch echt sagen, dass Huhn auch mal nicht schmecken kann, weil man da echt einiges falsch machen kann. Das Grüne in der Mitte ist irgendein Gemüse, dass es immer gibt, von dem ich aber bisher noch nicht den englischen bzw. deutschen Namen herausbekommen habe. Und ganz hinten kurz vor Eric sind Schnecken.

Wie gesagt, dass Essen und dieser Wochenendausflug waren eine Erfahrung und auch ein Abenteuer, das ich aber nicht missen möchte! 😉

Nach diesem Mittagessen haben wir dann Marias Onkel getroffen, der mit uns in das Haus eines sehr reichen Adligen aus irgendeiner frühen Zeit des Dorfes gegangen ist. Dieses „Haus“ oder vielmehr der Park mit den vielen Pavillons war wirklich schön. Im Frühling oder Sommer muss dieses ganze Areal wirklich atemberaubend sein. Überall Teiche, Bäche, Bambussträucher, Bonsais, steinerne Wege, Sandwege, Brücken, Felsen, Terassen, Götterstatuen etc…

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In so einem Gelände hat es sich früher sicher gut Leben lassen. Auch das Haus oder der Häuserkomplex war imposant. Riesige Zimmer, die mehr Empfanghallen glichen und oben im privaten Stockwerk reichgeschmükte Betten und Schränke.

Gleich nach diesem Ausflug in das Haus, das sozusagen mehr ein Einblick in das reiche Leben von früher war, ging es zum Bootfahren, da Marias Onkel auch einen der Bootsfahrer kannte (nicht nur den Kassier von dem Haus), bekamen wir innerhalb von zwei Minuten ein eigenes Boot und noch dazu die lange Runde.

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Hier mal eine der Straßen vom Wasser aus. Ganz Zhujiajiao ist in diesem Stil und deswegen echt schnuckelig. Doch umso mehr Leute (hauptsächlich Chinesen) aufgewacht sind, umso voller und geschäftiger wurde es. Westliche sah man eigentlich bloß in kleinen Touristengruppen, die von einem Stand zum anderen hetzen mussten. Da hatten wir es am Boot wirklich entspannter und auch schöner.

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Hier gibts mal mich alleine auf unserem Boot und im Hintergrund Menschenmassen, die über eine 450 Jahre alte Brücke drängen.

Nach der Bootsfahrt wollte dann Maria unbedingt auch so ein Kleid wie ich mir gekauft habe haben, sodass wir nochmal durch die Menschenmengen zurück zu den Geschäft mussten. Lustigerweise führte eine der kleinen Brücken direkt vor das Geschäft. Somit mussten wir uns nur beim Rückweg durch die Massen quetschen. Allerdings wurde aus dem Kleid für Maria nichts, da nachmittags andere Preise herrschten als vormittags. Auch interessant zu wissen.

Da Eric und ich schließlich ziemlich müde waren, liesen wir uns im Schneidersitz neben auf einem Platz nieder, auf dem lustigerweise ebenfalls eine Statue im Schneidersitz dasaß. Dieses Bild kam dort zustande:

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Ist schon beeindruckend, wie schnell man sich eingewöhnt und sich anpasst und zu allen, die jetzt die wirklich nervige Frage verlauten lassen wollen „Na, hast du schon Schlitzaugen?“, kann ich nur sagen „Nein, wie soll so ein Unsinn funktionieren, ich bin immer noch ich selbst.“.

So, das war es dann größenteils auch von Zhujiajiao. Rückfahrt zu mir nach Hause war unspektakulär und abends war auch nicht mehr allzu viel geplant, schließlich musste ich am Sonntag schon wieder früh aufstehen um ins Shanghai Museum zu gehen, aber das schreibe ich im nächsten Eintrag.

ZU GAST BEI EINER CHINESISCHEN FAMILIE

Freitag und Samstag war ich zu Gast bei Maria, ihrem „husband“ (so wurde er mir ständig vorgestellt) und ihrem 7-jährigen Sohn, Eric.

Es war definitiv eine komplett neue Erfahrung, für fast zwei Tage bei einer chinesischen Familie zu „wohnen“ und ich möchte in diesem Eintrag von meinem Freitag berichten.

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Hier sind zuerst einmal Maria und ich nach einem anstregenden Arbeitstag und kleinem Shopping (hab noch ein zweites Kissen und Bettwäsche für meine bald-kommenden Gäste gebraucht) in ihrer Wohnung.

Wundert euch bitte nicht, dass ich Schal und Strickjacke trage Es war nämlich sehr kalt. Doch diverse nette Kollegen haben mich zum Glück darauf vorbereitet, dass chinesische Familien kaum heizen. Links sieht man übrigens mein „typisches deutsches Frühstück“, laut meinen Gastgebern. Irgendwer (und anscheinend auch ich) hat verkauten lassen, dass wir in Deutschland meistens nur Kaffee frühstücken, deswegen haben sie extra einen besorgt. Zum Frühstück gabs übrigens auch „bread“, was eher als sehr großer ungetoasteter Toast benannt werden sollte mit Kiwimarmelade, darüber Gänse-Rührei, dann Salat und Schinken und schließlich nochmal Toast mit Kiwimarmelade.

Auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, es hat sogar geschmeckt. Zwar möchte ich es nie wieder essen, aber für dieses Frühstück war es ok. Besser jedenfalls, als das typisch chinesische, das in meinem nächsten Blogeintrag zu sehen sein wird.

Aber nun zuerst mal zu der Abendgestaltung: Wir öffneten also gerade die Haustür, als uns ein freudestrahlender „husband“ entgegen kam und mich herzlich auf english begrüßte. Ich war schon fast erleichtert, dass er auch englisch sprach, doch im Laufe des Abends hat sich herausgestellt, dass er wirklich nur das Allernötigste kann.

Im Pantomime spielen und lang um den heißen Brei herumreden bin ich ja ziemlich gut, also kam doch eine lustige Unterhaltung zustande. Nachdem Maria mich dann auch ihrem etwas schüchternen Jungen Eric vorgestellt hatte und ich meine Gastgeschenke, deutsche Schoki *seufz* (eine meiner letzten) überreicht hatte, gab es erst einmal Tee im großväterlichen Teeservice.

Nach dem Tee wurde Eric immer aufgeschlossener und hat mir diverse chinesische Schulbücher und alles mögliche gezeigt. Doch leider habe ich null verstanden, doch das hat er nicht verstanden. Dennoch war es sehr lustig.

Schließlich gab es „dinner“ und aus Höfflichkeit musste ich alles probieren. So auch die Schweinebacken, die definitiv nicht zu meinen Liebelingsgerichten gehören und allgemein überhaupt nicht essbar sind (meiner Meinung nach). Doch das andere Zeug, vor allem die Süßkartoffeln, war recht gut.

Ansonsten durfte ich an einer ganz normalen Freitagabendgestaltung einer chinesischen Familie teilnehmen, mit Fernseh schauen und quatschen. Mir zuliebe schauten wir den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ auf englisch an. Ganz anders als in Deutschland wird während dem Film alles kommentiert. Also die Story wird sozusagen in den ersten fünf Minuten nach erzählt. Das heißt, dass während des ganzen Films eigentlich gesprochen wird und man null versteht, weil ständig irgendjemand die nachfolgende Szene erklärt. Ist aber wirklich lustig mit zuerleben auf was für Dinge die Chinesen bei Filmen Wert legen.

Nach dem Film hat mir Maria dann mein Schlafgemach gezeigt – das Zimmer ihres Sohnes. Ein riesiges Bett mit flausche Bettlacken und zwei großen Bettdecken und einem recht gemütlich aussehenden Kissen. Außerdem entdeckte ich ein super schönes Hochzeitsbild von Maria und ihrem husband. Dieses Bild veranlasste sie gleich mal all ihre Fotoalben herauszukramen und das war richtig interessant.

Nicht nur, dass sie wirklich gute Bilder von sich hatte und auf einigen fast wie ein Model ausgesehen hat, sondern auch, dass ich einen guten Einblick in das China vor 10-20 Jahren erhalten habe. Irgendwann fanden wir dann zwischen den Alben auch einen Ordner mit Ausschnitten aus Mangas. Wie sich herausstellte, ist Maria ein riesen Fan von japanischen Animes und zeichnet auch selbst. Das war auch die nächste Überraschung als sie ihre selbstgemalten Mangas brachte.

Insgesamt kann man wirklich sagen, dass dieser Abend einige Überraschungen bereithielt. Unteranderem eine sehr positive, dass sie im Zimmer ihres Sohnes die „Heizung“ anmachten, sodass ich nicht schlotternt schlafen musste, sondern vielmehr mitten in der Nacht die Klimaanlage sogar ausmachen musste, da es so heiß wurde. Eine eher negative Überraschung war jedoch, dass sich das zuerst flauschige Bett als steinhart herausstellte. Ich dachte schon mein Bett im Apartment ist hart, doch das war nichts im vergleich zu den Holzbrettern die anscheinend bei diesem Bett als Matratze dienten. Nun ja… aber ich hab überlebt und war am nächsten Morgen dann doch recht ausgeschlafen.

Der nächste Eintrag erzählt dann von meinem Ausflug ins chinesische Venedig.