Städtetrip – Was tun in Turin?

Die Auswahl, was man in Turin so machen kann, ist wirklich riesig, deswegen wird der Blogeintrag heute auch etwas länger. Wenn ihr euch aber bis zum Ende durchgekämpft habt, habt ihr einen möglichen Vorschlag für eine abwechslungsreiche und umfassende Tagestour durch Turin.

Eigentlich hatten wir die Hauptstadt der Region Piemont nicht auf unserem ursprünglichen Reiseplan, doch wir entschieden uns am 2. Mai (übrigens auch der 6. Geburtstag von cinnamon2go) spontan nach Turin zu fahren.

Sehenswürdigkeiten in Turin

In Turin gibt es eine ewig lange Liste an Sehenswürdigkeiten – von der wunderschönen Altstadt über vielfältige Museen bishin zu wunderschönen Parkanlagen. Es gibt wirklich eine Menge zu sehen und eigentlich bräuchte man bereits einen Tag, um das Stadtzentrum im Barockstil und seine 18 km langen Arkadengänge zu erkunden.

Da wir nur einen Tag zur Verfügung hatten, standen zwei Punkte fest auf unserer Tagesordnung (dazu später mehr) und alles, was uns zwischen drin spontan vor die Linse kam. So entdeckten wir folgende Orte, indem wir einfach nur ohne Plan durch die Stadt schlenderten:

(Die Namen bzw. Beschreibungen der Orte seht ihr, wenn ihr euch durch die Galerie klickt.)

Wie man auf den Bildern sieht, hatten wir einen regen Wechsel zwischen schönen alten Gebäuden und viel Grün auf unserem Weg durch Turin. Falls ihr also länger als nur einen Tag in Turin sein solltet, nehmt euch ruhig einen kompletten Tag Zeit, um die schöne Altstadt zu erkunden. So stolpert ihr eventuell auch über das ein oder andere Museum, dass ihr nicht auf dem Schirm hattet.

Da wir nicht völlig unvorbereitet nach Turin wollten, hatten wir uns im Vorfeld zwei Museen herausgesucht – allein schon um die unterschiedlichen Öffnungszeiten perfekt auszunutzen. So starteten wir vormittags mit dem Museo Pietro Micca, schlenderten anschließend durch die Altstadt, machten mittags Halt im Accademia Del Panino und gingen nachmittags ins Museo Egizio mit der aktuellen Sonderausstellung Archeologia Invisible.

Museen in Turin

Die Auswahl an Museen ist wirklich groß. Am Anfang unserer Tour stand deswegen die Frage: Welches Museum sollten wir uns in Turin anschauen? Mein Freund entschied sich – und da entdeckte ich eine neue Seite an ihm – für das Ägyptische Museum Museo Egizio, welches nach Kairo das zweitgrößte Museum der Welt mit rein ägyptischer Kunst ist. Ich hingegen wollte lieber ein wenig Turiner Geschichte anschauen und wählte das Museo Pietro Micca und seine Tunnelanlage als Anschauungsobjekt.

Museum Pietro Micca

Das Museum erzählt die Geschichte der Schlacht von Turin im Jahr 1706, bei der die vereinigten Piemontesen und Österreicher, die französischen Truppen des Herzogs La Feuillade schlugen. Namensgeber für das Museum ist Soldat Pietro Micca, der sich opferte um die Franzosen aus den unterirdischen Minengängen der Festungsanlage fernzuhalten und heute noch als Held gefeiert wird.

Auf seine Heldentat vom 29./30. August 1706 spitzt sich die kleine Ausstellung des Museums auch zu. Zuerst erhält man nämlich grundlegende Informationen zur Schlacht, kann ein paar alte Kanonen und Bilder bestaunen, erfährt den Aufbau der Festungsanlage, in der sich mittlerweile das Museum befindet, und darf schließlich selbst die alten Minenschächte erkunden, in denen Pietro Micca umkam und die damals ein kluger Schachzug zur Abwehr der feindseligen Truppen waren.

Neben einer Broschüre auf Englisch bekommt man für den Eintritt von 3€ (ermäßigt 2€) einen Audioguide. Der deutsche Sprecher ist übrigens sehr angenehm und gibt kurze Einblicke in die Geschehnisse von damals.

Kommt man im unteren Stockwerk an, eilt plötzlich – jedenfalls in unserem Fall – ein geschäftiger Italiener herbei. Dieser brachte uns und zwei weitere Besucher in die Minengänge, die sich unter der alten Festungsanlage befinden. Diese Tunnel sind das wahre Highlight des Museums und man riecht teilweise noch das Schießpulver von damals (kann natürlich auch nur Einbildung sein). Gegen Ende der Führung sieht man auch die für Pietro Micca verhängnisvolle Treppe, die er vor gut 300 Jahren sprengte, damit die Franzosen nicht tiefer in die Tunnelgänge vordringen konnten.

Für mich war dieses Museum definitiv ein Besuch wert, auch wenn es nicht auf den ganzen Top-Listen der Turiner Museen erscheint.

Museo Egizio

Im Ägyptischen Museum von Turin reisten wir weitere 3000 Jahre in die Vergangenheit. Leider war ich zu vorbildlich und ließ meine gute Kamera in der Garderobe zurück, weshalb die Bilder leider nicht so toll geworden sind. Die mumifizierten Menschen und Tiere sollten dennoch gut zu erkennen sein.

Über die Ausstellung selbst will ich gar nicht viele Worte verlieren. Jeder, der sich ein wenig für Ägypten interessiert, kommt hier definitiv auf seine Kosten und sieht mehr als 26.000 Artefakte aus verschiedenen Phasen des ägyptischen Totenkults.

Leider ist die Ausstellung mit 15€ pro Person sehr teuer. Solltet ihr jedoch Studenten sein, lohnt es sich diese Ausstellung am Donnerstag zu besuchen, da kostet der Eintritt nämlich nur 4€.

In den genannten Preisen ist übrigens auch ein Audioguide und die Sonderausstellung Archeologia Invisibile enthalten, die noch bis 6. Januar 2020 geöffnet hat. Die Sonderausstellung stellt dar, welche Prinzipien, Werkzeuge und Beispiele es braucht um Informationen mithilfe von Wissenschaft zu rekonstruieren.

Turiner Dom

Da wir nach unserer Museumstour noch etwas Zeit hatten, schauten wir im Turiner Dom vorbei.

Auch wenn der Bau nicht unbedingt spektakulär ist, befinden sich einige schöne Seitenaltäre im Dom und natürlich das Turiner Grabtuch (bzw. eine Replik davon). Sollten wir irgendwann einmal wieder nach Turin kommen, steht das Museo Diocesano di Torino auf dem Programm. Da wir den Dom auf eigene Faust besichtigt haben, kann ich wenig darüber schreiben. Beim nächsten Mal ist deswegen eine Führung angedacht.

Panini-Szene in Turin

Zu guter Letzt sei noch unser Mittagessen erwähnt. Mein Freund stieß durch Zufall auf einen Bericht über die Panini-Szene in Turin und so entschieden wir uns mittags zum Panini essen zu gehen. In der Nähe des Mole Antonelliana (dem Turiner Wahrzeichen) bestellten wir bei Accademia Del Panino zwei sehr leckere Sandwichs.

Während ich mich für eine Variante mit Roastbeef von der Tageskarte entschied, bestellte mein Freund den „Einstein“ – ein riesiges Teil! Dieser wurde mit folgenden Worten beschrieben:
… è tutto relativo, secondo le Chef!

Fazit zu Turin

Turin ist eine wirklich abwechslungsreiche Stadt! Mal schlendert man unter wunderbaren Arkadengängen im Schatten und isst ein Eis, mal ist man unter wunderschönen alten Bäumen in einem Park und schaut den Hunden beim Spielen zu. Ebenso vielfältig sind die Museen, von denen ich euch weiter oben zwei vorgestellt habe.

Ich kann euch diese schöne italienische Stadt im Piemont also nur ans Herz legen. Unser nächster Trip dorthin wird vermutlich auch länger dauern als nur einen Tag. Es gibt nämlich noch sehr viel mehr zu entdecken!

Bis bald und zimtige Grüße
Anna

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Ein Gedanke zu „Städtetrip – Was tun in Turin?

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