Zeitnot – Der schleichende Schatten

Einen guten Monat nach meinem Start ins Berufsleben spüre ich an allen Ecken und Enden, dass unsere Zeit immer knapper bemessen ist. Die Aufgaben und Verpflichtungen werden immer mehr, die Tage werden immer kürzer und die Liste der Vorsätze wächst und wächst.

Meine Gedanken zu dieser Zeit des Erwachsenwerdens möchte ich heute mit euch teilen. Und keine Angst, es gibt – meiner Meinung nach – noch Hoffnung!

Vergangene Vorsätze

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich mir fest vorgenommen, dass 2018 mindestens ein Blogbeitrag im Monat auf cinnamon2go erscheint. Bisher konnte ich diesen Vorsatz gut umsetzen, wenn man so in das Archiv schaut, doch der November hätte meinen Vorsatz fast zunichte gemacht.

Die Arbeit, das Lernen auf meine mündliche Abschlussprüfung, meine Einweihung und viele andere Verpflichtungen nahmen die letzten Wochen meine ganze Zeit in Anspruch. Dann wurde mir gestern auch noch schlagartig bewusst, dass Weihnachten nicht mehr weit ist und auch sonst spüre ich an allen Ecken und Enden, dass mit dem Erwachsenwerden eine gewisse Zeitnot einhergeht.

Das Positive an dieser Erkenntnis ist, dass ich dadurch ein Thema für den Blogbeitrag im November gefunden habe. Zusätzlich fiel mir auch noch das passende Bild in die Hände und plötzlich wird es wieder ganz leicht die vergangenen Vorsätze umzusetzen. Prioritäten setzen und ein wenig Planung sind hier die Stichwörter.

Balanceakt – Verpflichtungen und Träume

Sicher kennt ihr das auch: Ihr seid an einem Punkt im Leben, beispielsweise mitten in irgendeiner Prüfungsphase, in den Endzügen der Bachelor- oder Masterarbeit oder in einer anderen stressigen Situation, an dem ihr immer wieder Wünsche und Vorsätze vor euch herschiebt. Ein Gedanke, der euch nicht aus dem Kopf geht, ist: Sobald diese Zeit/diese Phase rum ist, wird es besser und dann mache ich endlich das, was ich mir ständig vorgenommen habe!

Spätestens, wenn dann die nächste stressige Phase beginnt – in meinem Fall das Berufsleben – stellt ihr fest, dass all die Vorsätze überhaupt nicht oder wenn nur in kleinen Teilen umgesetzt werden können. Der Balanceakt mit dem man Studium und Freundschaften, Beruf und Alltag, Verpflichtungen und Träume unter einem Hut bekommen möchte, wird plötzlich zur unüberwindbaren Hürde. Man spürt, dass man diesem Sog der Zeit nicht entkommen kann, dass die Zeit für all die Tätigkeiten einfach nicht reicht.

In meinem Fall spüre ich es konkret, wenn ich an das seit Jahren brachliegende Manuskript meiner Fantasy-Jugendbuch-Reihe denke. Vor dem Abi habe ich meine freien Abende meist dazu genutzt an Band 1 und 2 zu schreiben, dann kam das Abi, mein Freund, mein Auslandsaufenthalt in Shanghai, das Bachelor-Studium, der Master und schließlich mein Start ins Volontariat – und schwups waren sieben Jahre um.

Wie ihr euch an dieser Stelle vielleicht denken könnt, habe ich mir nach jedem Lebensabschnitt vorgenommen, endlich an meiner Reihe weiterzuschreiben. Als Kompromiss für meine Leidenschaft des geschriebenen Wortes und mit einem völlig anderen Themenschwerpunkt entstand schließlich dieser Blog.

Gibt es noch Hoffnung? – Ja!

Ich will euch mit meinem Beitrag nicht deprimieren, sondern viel mehr einen anderen Fokus setzen und den Blickwinkel ändern, auf das, was wir täglich tun. Sozusagen soll mit meinen zimtigen Worten ein Hoffnungsschimmer am Horizont eröffnet werden, der uns zum Umdenken anregt.

Obwohl meine Zeit für all meine Vorsätze, Wünsche und Träume nicht reicht, reicht sie doch für einen Teil davon und das ist besser als nichts. Ich lass mich für diesen Satz auch gerne als unverbesserliche Optimistin abstempeln, aber dies ist eben meine Meinung zum Thema Zeitnot.

Auch wenn ich vielleicht gerade keine Zeit dazu habe, an meiner Buchreihe weiterzuschreiben, so war ich im Jahr 2018 auf diesem Blog trotzdem fleißig und habe jeden Monat mindestens einen Beitrag veröffentlicht. Auch wenn ich gerne meinen Freund rund um die Uhr am Wochenende sehen möchte, haben er und ich doch auch andere Verpflichtungen und müssen somit Kompromisse eingehen. Auch wenn ich abends eigentlich mal früher aus der Arbeit gehen möchte, um meinen Hobbys nachzugehen, sind da meist dennoch Aufgaben die vorher erledigt werden müssen, um später nicht noch mehr in die Bredouille zu kommen. Und auch wenn ich aufgrund meiner ehrenamtlichen Tätigkeit vielleicht ein Semester länger für den Bachelor gebraucht habe, waren die Erfahrungen in meinem studentischen Verein Feki.de e.V. doch ein Gewinn für mich persönlich und mein jetziges Berufsleben.

Achtsamkeit vor Reue

Ich glaube, dass diese Erkenntnis zum Erwachsenwerden dazugehört und man sich nicht unterkriegen lassen darf. Zeit wird immer knapp sein, vor allem bei Personen, die gerne viel tun und sich einbringen wollen.

Niemand zwang mich damals Feki.de e.V. beizutreten und doch habe ich mich dort – die meiste Zeit – sehr gerne ehrenamtlich engagiert. Genauso wenig zwingt mich jetzt jemand einen Workshop für eben diesen Verein zu planen, obwohl ich zu den Ehemaligen gehöre. Ich tue das einfach weil ich weiß, dass ich anderen mit diesem Workshop etwas mitgeben kann und sie, ebenso wie ich jetzt, später einmal diese Erfahrungen brauchen können.

Man könnte also sagen, dass ich nichts bereue, obwohl sich das Gefühl der Zerrissenheit wohl nie ganz abschütteln lässt. Ich versuche aktuell einfach stärker auf das zu achten, was mir gut tut. Einen Ausgleich zu dem zu schaffen, was ich wirklich tun muss und was ich tun will.

Aufruf und Fazit

Ich hoffe sehr, dass euch dieser Beitrag ein wenig zum Nachdenken anregt. Manchmal tut es gut sich gewisse Dinge vor Augen zu führen und zu verschriftlichen, um wieder etwas klarer zu sehen. Denn auch wenn man mehr Zeit für seine Aufgaben, Wünsche und Vorsätze bräuchte als man hat, tut man schließlich dennoch etwas in dieser Zeit und hat so kleine Erfolgserlebnisse.

Ich wünsche euch deswegen eine besinnliche – eigentlich eher achtsame – Adventszeit. Lasst euch von der Hektik nicht mitreißen und teilt gerne in den Kommentaren eure Gedanken zum Thema Zeitnot mit mir.

Zimtige Grüße
Anna

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Ein Gedanke zu „Zeitnot – Der schleichende Schatten

  1. Pingback: Mein Jahresrückblicks-ABC 2018 | cinnamon2go

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